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Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet ist mit 5,1 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum Deutschlands und umgangssprachlich unter vielen Namen bekannt. Ruhrpott, Revier oder Kohlenpott sind nur einige der Rufnamen. Das Gebiet erstreckt sich vom östlichen Hamm bis in den westlichen Kreis Wesel. Die Region ist wegen ihrer pulsierenden Industrie und vor allem wegen des Kohleabbaus weltberühmt. Davon zeugen auch die rund 3.500 Industriedenkmäler, die heute zu Ausflügen einladen. Das Gebiet verdankt seinen Namen dem südlich verlaufenden Fluss Ruhr. Das riesige Ballungszentrum, das sich auf einer Fläche von nahezu 4.500 Quadratkilometern erstreckt, hat aufgrund seiner enormen Vielfalt einiges zu bieten.

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Faszinierende Industriekultur

Das Ruhrgebiet war nicht ohne Grund 2010 eine der Kulturhauptstädte Europas. Die Zeche Zollverein im Norden von Essen ist UNESCO-Weltkulturerbe und eines der gewaltigsten Industriedenkmäler überhaupt. Das Areal umfasst das Zechengelände sowie die Kokerei, die seinerzeit die größte in Europa war. Heute finden Besucher dort unter anderem das red dot design museum oder das Ruhr Museum. Das inzwischen ausgediente Gasometer in Oberhausen, damals als 117 Meter hoher Gasspeicher genutzt, beherbergt heute wechselnde Ausstellungen. Nebenan finden Abenteuerlustige zahlreiche weitere Ausflugsziele, wie den tree2tree Hochseilgarten, in dem man auf knapp 17.000 Quadratmetern seine Schwindelfreiheit beweisen kann.

Einen der schönsten Parks der Welt findet man ebenfalls im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Duisburg: Der Landschaftspark Nord wurde von der britischen Zeitung „The Guardian“ ausgezeichnet und schob sich in der Rangliste an Städten wie Barcelona, London oder Peking vorbei. Das riesige, ehemalige Gelände des Thyssen-Konzerns wurde 1985 stillgelegt und sukzessive zu einem Naherholungsgebiet umfunktioniert. Heute findet man in den Resten des Industriegeländes eine Kletterwand, ein Tauchbecken, zahllose Wege durch die alten Stahl-Anlagen und jede Menge neu angelegte Gärten und Grünflächen.

Im Ruhrgebiet wurden selbst die einstigen Schutt-Halden aus dem Abraum des Kohleabbaus zu Natur-Panoramen umfunktioniert. Die Halden gelten als die „Berge“ des Ruhrgebiets und können von Besuchern erklommen oder mit Rädern befahren werden. Die Halde Haniel südwestlich von Bottrop beispielsweise, ist ein ideales Ausflugsziel für Radtouren.

Events und Festivals

Im Ruhrgebiet ist immer was los. Mit mehr als 250 Festivals jährlich und unzähligen Veranstaltungen wird man in der Region Ruhr ganzjährig bestens unterhalten. Neben gut besuchten und überregional beliebten Festivals wie dem Juicy Beats im Westfalenpark in Dortmund oder dem Ruhr Reggae Summer in Mülheim an der Ruhr gibt es auch zahlreiche „Umsonst-und-Draußen“-Festivals wie das Bochum Total oder Olgas Rock in Oberhausen-Osterfeld. Kulturelle Großveranstaltungen wie die Ruhtriennale, die Ruhrfestspiele oder die ExtraSchicht zeugen von einer lebendigen Szene. Auch die Theaterlandschaft des Ruhrgebiets hat viel zu bieten: Das Schauspielhaus Bochum oder das Grillo-Theater in Essen genießen weit über die Grenzen der Region hinaus höchstes Ansehen.

Geschichte und Landschaft im Ruhrgebiet

Die Landschaft des Ruhrgebiets sah bis zum 18. Jahrhundert ähnlich wie die des Münsterlands aus. Erst mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen Abbau der Kohlevorkommen in der Region, entstanden in wenigen Jahrzehnten über 200 Zechen. Im Laufe der Zeit lohnte sich die Stahlproduktion und der Kohleabbau jedoch größtenteils nicht mehr, was zu einem Rückbau der Industrieanlagen und einem weitreichenden Strukturwandel führte. Heute sind viele der einstigen Industrie-Giganten sehenswerte Erholungsgebiete oder wurden für verschiedene Freizeitaktivitäten umgewandelt. Das enge Zusammenspiel von Industrie, Wohngebieten, Landwirtschaft und Naturflächen ist typisch für das heutige Ruhrgebiet, dass sich heute grüner präsentiert, als es die Industriegeschichte der Region vermuten lassen würde.

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